| Bernhard Rothmann
Bernhard Rothmann wurde 1495 in Stadtlohn geboren. Er war der Sohn eines Schmiedes in ärmlichen Verhältnissen. Er absolvierte sein Studium an der Domschule zu Münster bei dem Humanisten Herrmann Buschius. Danach wurde er Lehrer in Wahrendorf. Weiterhin studierte er in Mainz 1524 und bekam seine Magisterwürde. Bernhard Rothmann wurde von seinen Zeitgenossen als rascher, stürmischer Geist angesehen, leicht erregbar, kühn,vorwärtsstrebend, er hatte eine feine Bildung und eine große Belesenheit. Rothmann war ein gedrungener Mann mit braunem Haar und einem blassen Gesicht. 1525 wurde er Kaplan in der Stifstkirche, nach seinem Studium in Köln. Rothmann war erst katholischen Glaubens, wurde dann aber lutherisch. Deshalb sagte man Rotmann nach, dass er neu gläubige Töne und ketzerische Meinungen hätte. 1530 fing er dann an in ST. Mauritz zu predigen, was zu einer Attraktion für seine Zuhörer wurde. Er predigte die Hauptlehre Luthers, die Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben , die Wertlosigkeit der Werke; demnach hat das Bestand, was im Worte Gottes, der Heiligen Schrift nachweisbar ist. Rothman verwarf die Lehre des Fegefeuers, was die Vorstufe seiner theologischen Entwicklung bedeutete. Dabei spielte die Endzeiterwartung, die Vorbereitung auf den jüngsten Tag eine große Rolle. Das Fegefeuer war eine mittelalterliche Erfindung. Es zog zwei Konsequenzen mit sich. Zum einen die Erbitterung des Klerus, zum anderen den dramatischen und religiösen Appell an die Gläubigen. Rothmanns Studium in Hochburgen der Reformation, wurde ihm von reichen lutherischen Kaufleuten finanziert. Von 1531, April- Juli begab er sich auf eine Reise über Marburg nach Wittenberg und dann nach Straßburg. Straßburg war damals das Zentrum des geistlichen und religiösen Lebens. Am 29. August 1531 forderte der Bischof dann, Rotmanns Predigen einzustellen. Dementsprechend wendete sich Rothmann dann an den Rat und Gilden der Stadt, um die Seelen der Bürger zu retten. Seit1525 gab es dann ein gespaltenes Verhältnis zwischen den Stadtbürgern und dem Fürstbischof. Rothmann agierte dann von außerhalb, er war kein Einwohner der Stadt mehr. Der Rat hüllte sich dann in Schweigen. Rothmann wurde als vogelfrei erklärt, er suchte Schutz in den Mauern der Stadt. Seit dem 7. Januar 1532 hatte Münster seinen eigenen Reformator. Zur Taufe erklärte Rothmann folgendes:" Wer nicht von Herzen glaubt, der kann die Welt nicht überwinden. Deshalb wäre die Taufe unnütz. Es würde eine Verwüstung der Kirche entstehen, wenn diese alle aufnehmen würde. Johannes hat nämlich nur die getauft, die ihre Sünden bereuten." Rothmann entwickelte eine Abneigung gegen das Taufen von unwissenden und unmündigen Kindern. Für ihn muß die Taufe ein bewußter Willensakt sein, demnach muß die Absage an die Welt vorausgehen. Nicht jeder Erwachsene ist für die heilige Kirche geeignet. Der neuralgische Punkt der Wiedertäuferei umfaßt die Frage der Verfolgung und der Todesstrafe. Denn die bewußte Glaubenstaufe würde die Einheit vom Staat und der Gesellschaft (Kirche) spalten. Caroline Sonsallas |