Beginn des Täufertums in Münster:

 


Luther
Vorgeschichte:
1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen über Buße und Ablaß, 4 Jahre später verhängt das Wormser Edikt über Luther und seine Anhänger die Reichsacht und verbietet Lektüre und Verbreitung seiner Schriften. Dieses Verbot schien wirkungslos zu sein: 1523 kam es in Herford zur Reformation; in den nächsten Jahren folgten Lemgo, Lippstadt, Tecklenburg und Rheda. Im "Großen Deutschen Bauernkrieg" (1524/25) erheben sich die Bauern gegen die Kirche, eine Einschränkung klösterlicher Sonderrechte wird erreicht und noch im selben Jahr widerrufen. Das Marburger Religionsgespräch zwischen Zwingli und Luther scheitert am Abendmalsstreit, die Spaltung der Reformierten ist unausweichlich. 
Weiterführende Informationen zur Vorgeschichte

Zwingli


 

1530/31 beginnt die eigentliche Täuferbewegung. Bernhard Rothmann beginnt in St. Mauritz reformatorisch zu predigen, wird aber dann von der Kirche angemahnt seine Predigen zu unterlassen. Kurze Zeit später emigriert er nach Münster, das bereits überwiegend lutherisch ist.

Der Bischof verlangt nach Rothmanns Flucht seine Auslieferung. Ihm wird das Predigen verboten. Der Rat ist sich uneinig, wie weiter mir Rothmann, der von den Gilden unterstützt wird, verfahren wird. Rothmann nutzt die Gunst der Stunde und predigt vor St. Lamberti und holt sich so Unterstützung in der Bevölkerung. Bei den kurz darauf folgenden Ratswahlen werden 19 katholische und 5 lutherische  Vertreter gewählt. Die im nächsten Jahr folgenden Ratswahlen fallen für die Katholiken noch schlechter aus; 16 der 24 Räte sind bereits lutherisch. Im September 1533 folgt dann sie endgültige Trennung zwischen Reformatoren und Wiedertäufern, worauf Rothmann erneut Redeverbot erhält. 

Am 1. November nimmt Jan Matthys die Erwachsenentaufe in Holland wieder auf. Rothmann, davon ermutigt, beginnt ebenfalls wieder zu predigen. 4 Tage später, am 5. November 1533 erreichen die Unruhen ihren Höhepunkt: die 3 Parteien (Protestanten, Katholiken, Wiedertäufer) stehen sich bewaffnet gegenüber. 


Jan Matthys

  Jörg Nöckel