Hutterer und Baptisten
Es gibt auch heute noch Glaubensgemeinschaften, die sich mit den Wiedertäufern identifizieren. Eine dieser Gruppen sind die Hutterer. Diese Glaubensgemeinschaft entstand um 1525, während der Reformationszeit, aus den Täufern in Mähren (heutige Republik Tschechien).Benannt wurden sie nach ihrem Organisator Jakob Hutter, der als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Er war der Anführer einer Gruppe von Wiedertäufern. Weil sie die Kindstaufe, als unbiblisches Sakrament ablehnten, wurden sie als Ketzer verfolgt und mussten nach Mähren fliehen. Ende des 18. Jahrhunderts siedelten sie sich dann schließlich in der Ukraine an und lebten in Gütergemeinschaften. Als 1871 in Russland die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, mussten die pazifistisch eingestellten Hutterer erneut fliehen. In den nächsten Jahren (1874-1879), wanderten die rund 1300 Hutterer in den Norden der USA aus. Mit Beginn des ersten Weltkriegs gerieten die Hutterer erneut unter Druck und ließen sich 1918 schließlich in Kanada nieder. Dort waren sie nämlich vom Wehrdienst ausgenommen. Im laufe der nächsten Jahrzehnte kehrten aber doch einige der Hutterer nach Nordamerika zurück. Ende der neunziger Jahre waren es bis zu 40 000. Heute befinden sich Hutterer in Kanada, den USA, England und Japan. (Quelle: Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie)
Eine andere Glaubensgemeinschaft, die in ihrer Entstehungsgeschichte auf die Wiedertäufer zurückzuführen ist, sind die Baptisten ( griech.: baptistes - Täufer). Baptisten sind protestantische Christen. Sie erkennen die Grundlehren der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts an. Dieses rechtfertigen sie durch den Glauben und durch die Autorität der heiligen Schrift. In den frühen achtziger Jahren lebten rund 30 Millionen Baptisten in 27 verschiedenen Gemeinschaften in den USA. Auch in Indien, Brasilien, Myanmar ( Birma), Zaire, Großbritannien, Kanada, Rumänien und Nigeria lebten ein großer Anteil an Baptisten. Die Bewegung der Baptisten begann im frühen 17. Jahrhundert in den Niederlanden und Großbritannien unter der Leitung der beiden Abtrünnigen der anglikanischen Kirche: John Smyth und Thomas Helwys. Der Glaube der Baptisten ist auf der Bibel begründet. Sie achten die Bibel, als einzige Autorität. Sie sind der Meinung, dass sie mit der Bibel als Autorität allen anderen Autoritäten gegenüber kritisch sind. In den meisten Baptistgemeinden gibt es zwar einen Pastor, doch führt dieser fast keine Handlungen alleine aus. Auch Predigten können von Gemeindemitgliedern übernommen werden. Sie versuchen das "Priestertum aller Gläubigen" (Offenbarung 1,6) umzusetzen. Weiter sind sie der Meinung, dass die Bibel, da sie von allen Gläubigen gelesen wird und nicht nur von theologischen Fachleuten, auch von der Gemeinde ausgelegt werden sollte. Die lebendige und persönliche Glaubenserfahren, welche mit der Bekehrung beginnt ist für die Baptisten unabdingbar. Der Mensch muss bewußt erfahren, dass Gott ihn liebt und ihn durch Jesus Christus annimmt. Als Erfahrung kann ein Gespräch mit anderen Christen oder eine Predigt genügen. Der Glaube ist für die Baptisten ein Geschenk Gottes. Zwei Dinge gehören für sie untrennbar zusammen nämlich der Ruf Gottes und die freiwillige Antwort des Menschen. Diese bewußte, freiwillige und persönliche Antwort nennen sie Bekehrung. Baptisten sind "missionarisch", da sie, wenn sie gefragt werden, sofort von ihrem Glauben berichten, in der Hoffnung, dass er auch für andere Menschen eine Hilfe ist. Für die Baptisten wird der Mensch durch die Taufe in den Leib Christi eingegliedert. (Quelle: http://vereine.hnonline.de/baptisten/glauben.html) Weitere Informationen: siehe Mennoniten oder die Amischen © by: Hanna L. |