| Jan Bockelson gen. Jan van Leiden / Leyden
Jan van Leiden wurde 1509 bei Leiden geboren. Er erlernte das Schneiderhandwerk
und führte diesen Beruf in England und Flandern aus. Er heiratete
die Witwe eines Schiffers und fuhr auf Handelsfahrten bis nach Lübeck
und Lissabon. Danach war er Betreiber einer Gastwirtschaft in Leiden.
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| 1533 lernte van Leiden Jan Matthys kennen. Er war ein Bäcker aus
Haarlem. Matthys taufte ihn und sandte ihn als Apostel nach Münster
zur Verstärkung der dortigen Wiedertäufer. Kurz darauf folgte
Matthys ihm nach und wurde mit ihm einer der Führer der Wiedertaufer.
Nach kurzer Zeit schafften sie es, die Mehrheit im Rat zu bekommen und
konnten Münster so zu der Hochburg der Wiedertäufer machen. Jan
Matthys starb am 4.4.1534, da er die Belagerer der Stadt alleine und unbewaffnet
angriff, da er auf Gottes Hilfe vertraute.
So wurde Jan van Leiden das Haupt der Wiedertäufer.
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Jan Matthys |
Das war nicht der einzige Titel, den er erreichte. Er verstand es, den
Wiedertäufern seine Visionen glaubhaft zu machen und konnte so sehr
viele Anhänger für sich gewinnen. Er setzte das alte Testament
als Vorbild für eine Gottesherrschaft nach dem Model der Theokratie
und stützte sich auf das System des "Neuen Israel" und verstärkte
so seine eigene Stellung im Regiment.
Van Leiden führte die Vielweiberei ein, in der er selbst
siebzehn Frauen besaß.
Außerdem begründete er die Güterteilung, d.h.
es sollte kein Privateigentum mehr geben.
Als die Belagerung Münsters durch den Bischof Franz von Waldeck in die Schlussphase ging, nahm die sowieso schon strenge Herrschaft überhand. Die Bestrafung gegen Kritiker wurden extremer und bald wurde der König Jan von Leiden selbst zu einem Opfer seines eigenen Weltbildes. Ein Beispiel für seine zunehmende Brutalität war die öffentliche Hinrichtung einer seiner Frauen, Elisabeth Wantscherer
Nach der Einnahme Münsters am 24.6.1535 wurde van Leiden gefangengenommen und teilweise unter Folter über sein Leben ausgefragt. Er gab jedoch trotz sechsmonatiger Folter seine Überzeugung und seinen Glauben nicht auf.
Am Samstag, den 22. Januar 1536 wurde der falsche König von Münster Jan van Leiden, Bernd Knipperdollinck und Heinz Krechting zur Hinrichtung auf das Gerüst geschleppt, wo alles von statten gehen sollte. Anschließend wurde die Liste aller Verbrechen, de die Wiedertäufer begangen haben, vorgelesen. Van Leiden wird vorgeworfen, Kirchen entweiht zu haben, den Aufruhr organisiert zu haben und sich gegen die Obrichkeit aufgelehnt zu haben. Auf diese Vorwürfe antwortete van Leiden, dass er gegen die Obrichkeit zwar gefehlt habe, nicht aber gegen Gott.
Van Leiden, Knipperdollinck und Krechting wurden darauf zum Tode verurteilt.
Van Leiden wurde darauf weiterhin grausam gefoltert und nach einer Stunde
endlich getötet. Auch die Gehilfen des Königs wurden ebenso grausam
hingerichtet.
| Das Bild von Jan van Leiden ist ein Kupferstich von Heinrich
Aldegrever. Es entstand in der Gefangenschaft des Königs, 1536 vor
seiner Hinrichtung. Es zeigt ihn in prächtiger Kleidung, mit Fingerringen
Ketten und Zepter. Das Buch und die Alphabetrolle sollen ihn als geistlichen
Führer ausweisen. Unter dem Bild des Königs steht eine lateinisch-griechische
Unterschrift, die übersetzt bedeutet "Dies war mein Antlitz, dies
mein Staatsgewand, als ich das Zepter führte, ich, König der
Wiedertäufer, aber nur für kurze Zeit." Weiterhin steht in der
Unterschrift der Name der Künstlers. In der letzten Zeile wird der
Wahlspruch des Königs angegeben : Gottes Macht ist meine Kraft.
Jessica Kalinka |
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Elisabeth Wantscherer war eine Frau, die von sich selbst behauptete, dass kein Mann in Münster existieren würde, der es schaffen würde sie zu zähmen.
Jan van Leiden schaffte dies doch und heiratete sie. Sie war eine der siebzehn Frauen von ihm. Sie führte einige Monate das Leben, das alle Frauen des Königs führten :
Warten, dass Jan van Leiden sie begehrt und das Erscheinen auf dem Prinzipalmarkt oder auf dem Dom und Domplatz der Berg Zion genannt wurde.
An einem Tag im Mai ging Elisabeth Wantscherer dann zu ihrem König und Ehemann, legte all den Schmuck ab, den er ihr geschenkt hatte und bat darum, Münster verlassen zu dürfen. Ihre Begründung war, dass ihr zu viele Menschen vor Hunger sterben würden. Darauf hin geriet Jan van Leiden in große Wut, lies das Volk zusammenrufen und schleppte Elisabeth Wantscherer zum Prinzipalmarkt. Mitten auf dem Marktplatz, vor den Augen des gesamten Volkes aus Münster, köpfte der König eigenhändig seine Frau.
Als er sich nach diesem Wutanfall beruhigt hatte, sagte er, dass dies
der Wille Gottes gewesen sei, da sie eine Rebellin war.
Darauf gab Jan van Leiden anwesenden Musikanten ein Zeichen und das
gesamte Volk geriet in eine religiös-hysterische Stimmung, jubelte,
fasste sich bei den Händen und tanzte einen wahnsinnigen Totentanz.
Jessica Kalinka