Jan Matthys

janmatthys.jpg (39378 Byte) Jan Matthys, ein Bäcker aus Haarlem, übernahm im November 1533 die Führung der Melchioriten in Amsterdam, nachdem sich Hoffmann´s Prophezeiungen nicht erfüllt hatten. Jan Matthys war einer von Hoffmann´s Täuferlingen und hatte die Überzeugung, dass er der angekündigte zweite Zeuge wäre. Deshalb sei die Zeit der Unterdrückung nun zu Ende und die Zeit der Taufe solle nun neu beginnen. Jan Matthys wollte, dass sich die Ungläubigen versammelten und mithalfen, die Welt vom Unglauben zu reinigen. Matthys war der Überzeugung, Gott würde seinem Volk einen Platz zur Errichtung des neuen Jerusalems verschaffen. Kurzerhand schickte Matthys dann die fähigsten Lehrer unter seinen Anhängern als Apostel in das Land hinaus, damit sie wieder mit der Taufe begannen.

. Im Januar 1534 kamen zwei dieser Gesandten in die Stadt Münster, um die Lehre der Taufe weiterzuverbreiten. Am 24. Januar 1534 traf auch Matthys in Münster ein. Zu der Zeit war ein neuer Rat gewählt worden, dem Matthys die Obrigkeit des Volkes nahegelegt hatte. Doch am Nachmittag kam es dann zu einem Bildersturm in der Stadt, vielleicht auf Befehl Matthys. Klöster und Kirchen wurden verwüstet, weltliche Schriften, Altäre und Bilder wurden verbrannt. Die Täufer wollten die Stadt Gottes von den Spuren einer überwundenen Vergangenheit reinigen. So wurde der Angriff erklärt. Zur Folge hatte die Tat, dass die Täufer als radikale Umstürzler angesehen wurden. Am 27. Februar forderte Matthys die Gemeinde mit einem Bußruf auf, die Gottlosen zu vertreiben, damit die heilige Stadt vom Unglauben frei sei. Alle, die die Wiedertaufe bis zum Abend verweigerten, mussten die Stadt verlassen. Mit der Wiedertaufe wollte Matthys die Vision des apokalyptischen Sehers Johannes verwirklichen. Er selbst setzte eine Frist bis zum Ostertag fest, an dem sich die Prophezeiung erfüllen sollte. Doch die Gemeinde wartete vergeblich. So befahl Matthys einigen Begleitern, am 5.April 1534, mit ihm die Stadt zu verlassen und auf die zuvor errichteten Söldnerlager des bischöflichen Heeres zuzureiten. Man fragte sich, ob Matthys damit ein Wunder erzwingen wollte. Er starb unter den Spießen der Landsknechte. Sie metzelten ihn ungerührt nieder und trugen seinen abgeschlagenen Kopf, aufgespießt auf einer Lanze, vor den Stadtmauernzur Schau.