Wenn man
das Wort „Philosophie” hört, denkt man als erstes an eine uralte
Wissenschaft, die im Grunde sehr langweilig ist. Doch dem ist überhaupt nicht
so.
Wenn man sich mit der Philosophie und den Philosophen des Altertums wie auch
der Neuzeit beschäftigt, kann sie nämlich sehr spannend werden.
Der Wort
„Philosophie” setzt sich aus den griechischen Silben „Philo” und
„Sophia” zusammen. Übersetzt bedeutet dies „Freunde der Weisheit”. Der
Begriff wurde zwar erst in der Neuzeit geprägt, bezieht sich aber auf die
gesamte Gedankenwelt der griechischen Philosophen.
Einer
der wichtigsten von ihnen war Sokrates, der von 469 bis 399 v. Chr. lebte. Sein
Leben und Wirken hat Auswirkungen auf die gesamte Philosophie des Altertums wie
auch der Neuzeit. Um sich mit Sokrates zu beschäftigen, muss man einen Blick in
die Geschichtsbücher wagen, um mehr über das alte Athen zu erfahren, in dem er
lebte.
Öffentlichkeit
wurde in ganz Griechenland groß geschrieben. Zu öffentlichen Versammlungen
waren jedoch nur Männer zugelassen. Bei solchen Versammlungen ging es meist um
Politik.
Um
700 v. Chr. herrschten in ganz Griechenland die Aristokraten. Die Aristokratie
ist die Herrschaft des Adels. Diese Staatsform währte allerdings nicht lange,
da das ärmere Volk sich seiner Bedeutung und seiner eigenen Macht klar wurde.
Fast
überall brachen blutige Parteikämpfe aus, da sich irgendein Adliger zum Führer
des Volkes machte. Es kam dann vor, dass dieser Adlige sich zu einer Art
Schiedsrichter wählen ließ und sich somit zu einem Alleinherrscher machte.
Doch es gelang keinem der Tyrannen eine dauernde Herrschaft zu gründen.
Damit
so etwas nicht passierte, nahm das Volk die Regierung selbst in die Hand. Dies
war der Auslöser für die griechische Demokratie, die auch der Grundriss
unserer heutigen Staatsform darstellt.
Allerdings
wurde in Athen Menschenhandel betrieben. Es war ein Sklavenstaat, in dem nur die
Wohlhabenden mitbestimmen durften.
Durch
die Demokratie hatte jeder Bürger ein Recht auf seine eigene Religion. Die
Religionsform war aber in den meisten Fällen der Polytheismus. Darunter
versteht man das Anbeten mehrerer Götter, welche die Menschen in allen
Lebenslagen lenken sollten.
Während
in Griechenland die Philosophie immer mehr Anhänger gewann, verfeindete sich
Sparta mit fast allen griechischen Stadtstaaten. Die daraus entstandenen
Konflikte nannte man Bruderkriege.
Zu
Sokrates’ Zeiten, die auch Athens Blütezeit war, entwickelte sich die
Egozentrik. Alle Bürger Athens fingen in erster Linie an nur noch an sich zu
denken und wenig nach der Zusammengehörigkeit in einem Staat zu fragen.
Diese
neue Anschauung des „Zusammenlebens” vertraten auch die Sophisten, die sich
„Lehrer der Weisheit” nannten und den Menschen mit verlockenden Reden wie z.
B. „Aller Dinge Maß ist der Mensch” in den Vordergrund rückten.
An
guten Schulen wurden nur die Söhne reicher und angesehener Adliger in
Philosophie, Staatskunde, Literatur und in einigen Fällen auch in Rhetorik
unterrichtet.
Im engeren Sinne war ein Sophist ein Experte, der sein Wissen nur
gegen gute Bezahlung vermittelte.
Diesen
Lehren trat Sokrates entgegen. Von einer inneren Stimme getrieben, wandelte er
durch die Straßen Athens und sprach Bürger unabhängig von ihrem
gesellschaftlichen Stand an. Er sprach mit ihnen z. B. über das Wesen des Guten
und Bösen. Somit trieb er die Menge an, wieder den Gesetzen zu gehorchen und
das eigene Wohl hinter das des Staates zu stellen.
Eine
große Schar begeisterter junger Männer, meist aber Söhne von Reichen, schloss
sich Sokrates an. Einer dieser war Platon, der nach Sokrates’ Tod eine
Akademie in Athen gründete und später durch sie bekannt wurde.
Obwohl
Sokrates nur Gutes im Sinn hatte, nahm die Zahl seiner Feinde immer mehr zu. Er
überführte nämlich viele, die sich auf ihr Wissen und Können etwas
einbildeten, der Unwissenheit. Dies tat er indem er ihnen deutlich machte, dass
sie in Wahrheit Unrecht haben. In seinem 70. Lebensjahr wurde er dann zum Tode
verurteilt. Doch über seinen Tod hinaus ist er einer der bedeutendsten
Philosophen der Weltgeschichte geworden.
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